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erstellt von DEN e.V.,

Mehr Energieeffizienz bei Nichtwohngebäuden

Das Deutsche Energieberater Netzwerk DEN e.V. begrüßt die Entscheidung der Bundesregierung, das energetische Einsparpotential von sogenannten „Nichtwohngebäuden“ künftig stärker zu nutzen und mit zusätzlichen Mitteln zu fördern. „Vom 1. Juli 2015 an unterstützt die KFW mit weiteren 200 Mio. € gezielt die energetische Sanierung und den energieeffizienten Neubau von Nutzimmobilien wie etwa Schulen, Produktionsstätten und Bürogebäuden“, sagt der Vorsitzende des DEN, Dipl.-Ing. Hinderk Hillebrands. „Das ist gut so, denn gerade diese Gruppe von Immobilien ist klimapolitisch ein schlafender Riese, den es aufzuwecken gilt.“

Kommunale und private Nichtwohngebäude haben einen Anteil am Gesamtbestand der Bauten in Deutschland von ca. 10 Prozent. Allerdings macht ihr Energieverbrauch ein Drittel der im Gebäudesektor benötigten Menge aus und wird vielfach nicht zur Erzeugung von Wärme, sondern von Kälte eingesetzt, etwa zur Klimatisierung von Räumen. „Deshalb kommt dieser Gebäudegruppe eine enorme Bedeutung zu, wenn es um die Erreichung der Klimaziele geht. Inzwischen zählt ja jede Tonne CO2“, so der Ingenieur.

„Nichtwohngebäude wie Verwaltungsbauten, Krankenhäuser, Universitäten oder Werks- und Lagerhallen sind allerdings ausgesprochen unterschiedlich und sehr komplex – da gibt es keine Standards. Umso wichtiger ist es, von Anfang an kompetente Energieberater in die Neuplanung oder in die Umbauplanung einzubeziehen“ so Hillebrands: „Das müssen Fachleute sein, die eine anspruchsvolle Ausbildung und ausgewiesenes Fachwissen mitbringen. Solche Kollegen haben wir im Deutschen Energieberater Netzwerk.“

Hillebrands tritt mit den über 700 Mitgliedern des DEN dafür ein, dass künftig die Tätigkeit von Energieberatern zu einem eigenen Berufsbild entwickelt und besser anerkannt wird: „Für die energetische Optimierung komplexer Immobilien wie etwa Nichtwohngebäude, aber auch großer Bestände an Wohngebäuden wie beispielsweise Siedlungen, reicht eine Schmalspurausbildung nicht aus. Energiekonzepte müssen hier aus einem Guss sein, denn die heutige Anlagentechnik ist ausgesprochen anspruchsvoll.“

Der DEN-Vorsitzende registriert in dieser Frage ein Umdenken in Fachkreisen. „Interessant ist, dass sich inzwischen auch Experten aus der Bauforschung der Forderung des DEN anschließen und die Energieberatung zu einem eigenen Beruf machen wollen“, sagt Hillebrands. „Jetzt müsste sich die Politik damit beschäftigen. Das erfordert allerdings Mut, insbesondere gegenüber Energieberatungen, wie sie etwa aus dem Handwerk angeboten werden.  Das DEN jedenfalls steht dabei gerne beratend zur Seite.“